
Seit etwa 1840 ist es in Bayern Brauch, beim Ableben eines Angehörigen kleine Zettel mit den wichtigsten Lebensdaten der Verstorbenen zu drucken und auf der Totenmesse zu verteilen. Diese Totenzettel, hatten ursprünglich den Sinn, für Gebete um das Seelenheil des Dahingegangenen zu
bitten. Heute stellen sie hauptsächlich einen Gegenstand der Erinnerung an Verstorbene dar.
Aufschlussreich für den Familienforscher sind nicht nur die aufgedruckten Geburts- und Sterbedaten, sondernoft auch Informationen über Familien- und Gesellschaftsstand und den Beruf. Bei Landwirten waren auch Hof- und Flurnamen verzeichnet und es wurde festgehalten ob die Verstorbene Person Bauer, Austragsmutter, Bauernsohn oder der „Meierbauer“ war.
Manches über die Todesumstände lässt sich aus Angaben wie „nach langem Leiden“ oder „schnell und unerwartet“ ersehen. Bei Unglücksfällen ist oft auch deren Art bezeichnet worden.
Angaben über Kriegsteilnahmen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften in religiösen Orden oder Bruderschaften können Aufschluss geben über weitere Lebensumstände und Charaktereigenschaften des Verblichenen.
Besonders anschaulich sind Sterbebilder wenn sie, wie seit etwa 1875 üblich, mit einer Fotografie des Toten ausgestattet sind.
Glücklicherweise wird der Wert dieser Belege vergangenen Lebens, heute hoch eingeschätzt und viele Totenzettel sind erhalten geblieben. Der Bayerische Landesverein für Familienkunde hat um die 50.000 Sterbebilder aus dem Bestand seiner Landesbibliothek digital in eine Datenbank aufgenommen. Die Erfassungsaktion wird bayernweit ausgedehnt und die Bestände vieler leidenschaftlicher Sammler sollen so in einen einheitlichen Standard integriert werden um zu einer gesamtbayerischen Sammlung beizutragen.
Unter http://sterbebilder.blf-online.de/index.php kann in dieser Datenbank nach Sterbebildern recherchiert werden. Wenn man kein Mitglied im Bayerischen Landesverein für Familienkunde ist, kann man nur die Daten ohne Anzeige der gescannten Sterbebilder recherchieren. Hierzu steht ein Gastzugang zur Verfügung.
BLF-Mitgliedern ist die Anzeige der Sterbebilder-Scans möglich, dazu ist eine einmalige Registrierung erforderlich.
Die Sterbebilder-Datenbank ist auch über die Metasuche Metasuche des Vereins für Computergenealogie e.V. zugänglich.





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